Interaktiv: Bis zu 800% mehr – Toilettenpapier und Desinfektionsmittel mit unglaublicher Absatzmenge

Überall auf der Welt ereignen sich skurrile Szenen in den Supermärkten: Auch die deutsche Bevölkerung will sich mit dem Nötigsten eindecken und so schnellen auch die Absatzmengen von Klopapier und Desinfektionsmitteln unglaublich in die Höhe.

Jeder von uns kennt die derzeitige Situation und die Bilder aus den Supermärkten: Beim Einkaufen gibt es rechts und links von uns leere Regale. Da ist die Freude groß, wenn man sich gerade noch ein Paket Nudeln schnappen kann. Das ist eine Art Panikreaktion, die aber unbegründet ist: Es ist von allen lebensnotwendigen Sachen noch genug da! Das betont auch immer wieder Julia Klöckner, die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft. Das Personal komme beim Auffüllen der Regale kaum hinterher, weil der Bedarf der Leute so rasant gestiegen sei.

Eine verrückte Situation, wie aus einem Film: Jeder will vorbereitet sein und da vergisst man auch mal seine Manieren. So hört man die aberwitzigsten Geschichten aus den Supermärkten weltweit: Ob es eine Frau ist, die sich auf das Kassenband setzt, weil sie mehr Klopapier möchte und am Ende ohne Klopapier von der Polizei abgeführt werden muss oder campierende Leute in den Supermärkten, die darauf warten, dass die Regale aufgefüllt werden.

Leere Regale sind in der heutigen Zeit keine Seltenheit – ein Grund: Das Personal kommt gar nicht so schnell zum auffüllen der Regale. – Foto: Kevin Poweska

Irrsinnige Absatzmengen

Die Leute kaufen auf Vorrat und so gehen die Absatzmengen der Produkte durch die Decke:

  • Toilettenpapier wurde bis zu 211 Prozent mehr verkauft.
  • Seife wurde bis zu 337 Prozent mehr verkauft.
  • Desinfektionsmittel wurde bis zu 751 Prozent mehr verkauft.

Die folgende Grafik zeigt, um wie viel Prozent sich die Absatzmenge ausgewählter Produkte in der Zeit von der 9. Kalenderwoche bis hin zur 12. Kalenderwoche dieses Jahres, im Vergleich zur durchschnittlichen Absatzmenge von August 2019 bis Januar 2020, entwickelt hat. Die Daten kommen vom „Destatis“, der Datenbank vom statistischen Bundesamt.

Es bilden sich teils lange Schlangen vor den Supermärkten. Die Leute gehen seltener einkaufen und wollen deshalb so viel wie möglich auf einmal mitnehmen. Viele Supermärkte haben deshalb schon Maßnahmen ergriffen und geben nur noch eine bestimmte Anzahl von einzelnen Waren pro Kunden heraus.

Desinfektionsmittel – das neue Gold in der Corona-Zeit?

Die Situation ist nicht ganz ungefährlich: Während die meisten Lebensmittel in der Regel noch gut auf Vorrat produziert sind, ist die Situation bei Desinfektionsmittel gerade etwas schwierig. Hier kommt die Produktion nicht hinterher. So ist in der 12. Kalenderwoche plötzlich 49 Prozent weniger abgesetzt wurden als noch im Vergleichszeitraum – einfach, weil nichts mehr da ist. Desinfektionsmittel ist nahezu nicht zu bekommen. Der drastische Anstieg von knapp 700 Prozent und mehr innerhalb von zwei Wochen konnte nicht durch die Produktion abgefangen werden. Und so haben selbst Kliniken, die dieses Desinfektionsmittel dringend brauchen, mittlerweile Probleme bei der Beschaffung.

In dieser Zeit ist jetzt ein jeder von uns gefragt, solidarisch und im Sinne der Gesellschaft zu handeln.

Von Kevin Poweska

Kevin Poweska ist der Gründer von Corona-Stories. Er studiert Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal und ist freier Mitarbeiter beim MDR Sachsen-Anhalt beim Fernsehen, Radio und im Online-Bereich. In seiner Freizeit ist Kevin gerne sportlich aktiv. Zu seinen sportlichen Vorlieben zählen Basketball, Tennis und Fußball - aber auch neue Sportarten wie Spikeball findet er spannend.

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