Diskuswerfer Martin Wierig zu Olympia: „Aus sportlicher Sicht tragisch – aber die einzig richtige Entscheidung.“

Martin Wierig in der Trainingshalle beim SC Magdeburg.

Olympia 2021 – Denn das Coronavirus lässt die olympischen Spiele in diesem Jahr nicht zu. Wir haben mit dem Olympioniken Martin Wierig (Diskuswerfer aus Magdeburg) über die aktuelle Situation und die Folgen der Verschiebung gesprochen.

Der Coronavirus ist in sämtliche Bereiche unseres Lebens vorgedrungen. Auch im Spitzensport kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen. So wird europaweit beispielsweise nur noch in Weißrussland professionell Fußball gespielt (Stand 02.04.2020). Die meisten Sportarten können im Moment gar nicht ausgeübt werden.

Auch die Leichtathletik ist davon betroffen – und wie: Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio wurden auf den Sommer im kommenden Jahr verschoben. Auf die Athleten wartet eine ungewisse Zeit.

Interview mit Martin Wierig

Wir haben mit dem Magdeburger Diskuswerfer und Olympioniken Martin Wierig über die aktuelle Situation gesprochen

Martin, zuallererst: Wie geht es dir gesundheitlich?

Martin Wierig: „Mir geht es gut. Ich bin gesund und munter.“

Was waren deine ersten Gedanken, als die Corona-Krise in Deutschland angekommen ist? Hättest du mit diesen Ausmaßen gerechnet?

Martin Wierig: „Zu Beginn habe ich es, wie sicherlich viele Menschen, unterschätzt. Ich hätte mit einem solchem Ausmaß daher nicht gerechnet. Aber mit der Zeit ist es mir immer bewusster geworden.“

Martin Wierig kann auch in Corona-Zeiten in Magdeburg trainieren.

Es war die große Vorfreude auf Olympia 2020 – und jetzt heißt es Tokio 2021. Wie ist deine persönliche Meinung zu der Verschiebung? Wäre Olympia ohne Zuschauer für dich eine Alternative gewesen?

Martin Wierig: „Aus sportlicher Sicht ist es tragisch, dass die olympischen Spiele verschoben wurden. Aber es war die einzig richtige Entscheidung. Die Gesundheit steht über allem und olympische Spiele sollten auf jeden Fall mit Zuschauern stattfinden – denn, es verbindet Menschen wie kaum ein anderes Event.“

Was macht für dich die besondere Atmosphäre bei Olympia aus?

Martin Wierig: „Bei Olympischen Spielen ist das besondere, dass es eine riesige Sportfamilie ist, die zusammenkommt, zwei Wochen lang zusammenlebt und für das gleiche Ziel kämpft. Die Atmosphäre ist einfach ganz besonders in einem Olympiastadion.“

Ihr trainiert ja genau für diese Großereignisse, wie Olympia. Wie sehr beeinträchtigt dich die Verlegung auf 2021 in deiner persönlichen Planung? Was hängt an so einer Verlegung auch für dich als Spitzensportler alles dran?

Martin Wierig: „Für uns ist es noch eine schwierige Situation. Die Planung können wir noch nicht abschließend machen, da es einfach schwierig abzusehen ist, wie diese Saison jetzt noch aussieht. Davon ist es abhängig, wie unsere sportliche Planung aussieht.
Aus wirtschaftlicher Sicht müssen auch wir mit Einbußen rechnen. Alleine die Wettkampfeinnahmen werden sich drastisch reduzieren und es bleibt abzuwarten, wie Sponsoren diese schwierige Zeit überstehen und sich die weitere Unterstützung vorstellen bzw. leisten können.“

Bei You Tube finden Sie ein kurzes Porträt über Martin Wierig.

Wie geht es bei dir weiter? Olympia 2021 – wieder ein Jahr älter. Mit welchen Gefühlen gehst du in die Zukunft?

Martin Wierig: „Ich gehe dennoch mit einem positiven Gefühl und Vorfreude in die Vorbereitung für das nächste Jahr. Ich fühle mich definitiv in der Lage auch im kommenden Jahr eine sehr gute Leistung zu erzielen.“

Viele Einrichtungen sind gesperrt. Habt ihr als Athleten noch die Möglichkeit ein ordentliches Training zu absolvieren? Welche Einschränkungen gibt es durch das Coronavirus für euch im täglichen Trainingsablauf?

Martin Wierig: „Wir sind in der glücklichen Lage weiterhin trainieren zu können. Dank einer Ausnahmegenehmigung vom Landesverwaltungsamt ist für uns die Leichtathletikhalle weiter geöffnet. Wir haben uns jedoch auf Grund der ungewissen Situation und der Verschiebung dazu entschieden, das Training etwas zu reduzieren.“

Von Kevin Poweska

Kevin Poweska ist der Gründer von Corona-Stories. Er studiert Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal und ist freier Mitarbeiter beim MDR Sachsen-Anhalt beim Fernsehen, Radio und im Online-Bereich. In seiner Freizeit ist Kevin gerne sportlich aktiv. Zu seinen sportlichen Vorlieben zählen Basketball, Tennis und Fußball - aber auch neue Sportarten wie Spikeball findet er spannend.

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