Klinikum – Zwischen Vorsicht und Alltag

Krankenhäuser – Seit Corona muss Cindy, 27, mit Maske, Schutzbrille und Haube arbeiten. Wie fühlt sich diese Situation wirklich an?

Krankenhäuser – hier ist die Ansteckungsgefahr am Höchsten.

„Wir haben jetzt eine Mundschutzpflicht, sobald wir die Klinik betreten, um sich selbst und natürlich auch die Patienten zu schützen. Zusätzlich bekommen wir täglich Updates, wie die Lage in der Klinik ist, wie viele Patienten wir behandeln, wie viele davon intensivmedizinisch behandelt werden und wie es mit den Beständen der FFP2-Masken und des Desinfektionsmittels aussieht“, beschreibt die 27-jährige Cindy J., medizinische Fachangestellte im Klinikum Mannheim, die Veränderungen seit Beginn der Pandemie.

Strenge Maßnahmen am Arbeitsplatz 

An Schutzausrüstung mangelt es überall in der Republik, so klagen Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz ihr Leid und aus Hamburg kommt die Forderung nach Verhandlungen mit China auf Bundesebene. Das Robert Koch-Institut hat wiederum erklärt, dass das Tragen von Atemschutzmasken, Einmalkitteln und Handschuhen Teil des Arbeitsschutzes ist. 

Cindy, die vor allem in der Radiologie arbeitet, klingt froh, als sie über den aktuellen Stand in Mannheim spricht: „Momentan haben wir genug Schutzausrüstung bei uns in der Klinik. Der Umgang ist aber, wie in vielen deutschen Krankenhäusern, sehr sehr sparsam. Gerade wenn es um die FFP2-Masken geht, die bei Kontakt mit Corona-Patienten gebraucht werden.“ 

Die Angst im Hinterkopf 

Maximaler Schutz

Völlig nachvollziehbar sind die hohen Vorsichtsmaßnahmen, ja geradezu lebensnotwenig. Wenn man täglich mit Bildern aus Ländern, wie der USA, konfrontiert wird, dann sind Sorgen um die eigene Gesundheit völlig normal. „Natürlich hat man im Hinterkopf immer Angst sich anzustecken. Das vielleicht doch irgendwie der Virus durch die eigene Schutzausrüstung kommt. Aber es gibt mir Sicherheit, wenn ich weiß, dass ich komplett geschützt bin“, beschreibt Cindy ihre Gefühle bei der Arbeit. „Ich habe als MTA (Medizinisch-Technische Assistentin) nicht acht Stunden Kontakt zu Corona-Patienten und das beruhigt schon.“ 

Noch ist die Krise nicht überwunden, doch Gesundheitsminister Spahn will die Krankenhäuser auf Grund der aktuellen Entwicklungen, langsam zurück in den Alltag führen. Dazu empfiehlt er zum Beispiel damit anzufangen, abgesagte OPs nachzuholen.

Nachsicht auch nach der Krise

Cindy hat nur eine Bitte an die Menschen, die ins Klinikum kommen: „Ein bisschen Nachsicht, das wünsche ich mir, auch wenn es keine mehr Krise gibt. Und ein bisschen mehr Verständnis für Notfälle und dass es deswegen auch zu Verzögerungen kommen kann.“ 

Vielleicht sollten wir gerade diesen Wunsch für die Zukunft im Hinterkopf behalten.

Von Rieke Smit

Rieke Smit studiert internationalen Journalismus in Magdeburg, moderiert das wissenschaftliche Talkformat "Science Talk" und ist seit der Gründung bei Corona-Stories dabei. Ansonsten ist sie für Praktika und Recherche auf der ganzen Welt unterwegs.

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