Dank Corona keine Fernbeziehung

Reihe: Fernbeziehung in Corona-Zeiten

Wenn man sich aufgrund Corona wieder häufiger sehen kann.

Corona bringt nicht nur Negatives. So manch einem Paar hat sie mehr gemeinsame Zeit verschafft.

Als Paar möchte man gerne zusammen sein, doch der Partner wohnt nicht immer um die Ecke. Unsere Redakteurin Laura führt normalerweise eine Fernbeziehung. Aufgrund von Corona hat sie jedoch das Glück ihren Freund öfter zu sehen und mehr Zeit mit ihm zu verbringen.

Laura: Durch die Coronakrise waren wir beide wieder in der gleichen Stadt, da ich zurück zu meinen Eltern gezogen bin, die in Dresden wohnen. Davor musste ich immer pendeln. Wir kommen ursprünglich beide aus Dresden und waren an der gleichen Schule, er ein Jahrgang über mir. Wir kannten uns vom Sehen, aber erste Ende August 2019 haben wir uns näher kennengelernt. Im Oktober bin ich zum Studieren nach Magdeburg gegangen, während er wegen seiner Ausbildung in Dresden geblieben ist. Es hatte Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite kannte man es nicht anders. Man hat sich nicht jahrelang immer sehen können und plötzlich ist nicht mehr. Man kannte von Anfang an nur die Situation mit der Fernbeziehung. Wir kannten uns natürlich auch noch nicht lange und man hätte einfach sagen können, ja ok waren jetzt ein paar schöne Wochen, aber eine Fernbeziehung ist nicht so cool, wir lassen es. Die Emotionen waren allerdings so stark, dass wir gesagt haben: „Ne, das steht gar nicht zur Debatte, das mit uns muss weitergehen.“ Damit war klar, dass wir viel pendeln müssen.

Gemeinsame Unternehmungen sind in einer Fernbeziehung nicht immer möglich. Foto: Paula Fritzsche

Wir haben versucht uns jedes Wochenende zu sehen, manchmal ging es nur alle zwei Wochen. Größere Abstände haben wir versucht zu vermeiden. Selbst nach 2 Wochen braucht man schon ein kleines bisschen Zeit um sich wieder aneinander zu gewöhnen. Wenn man dann nur zwei Tage hat, bevor einer wieder fährt, ist das schwierig. Wir mussten auch anderswo Abstriche machen, bei der Familie und Freunden zum Beispiel. Man lernt seine Prioritäten neu zu setzen. Wenn man eine Fernbeziehung führt, schätzt man die gemeinsame Zeit aber auch mehr wert. Ich glaube, dass man eher dazu neigt, den Partner als Selbstverständlichkeit wahrzunehmen, wenn er immer da ist. Das kann viel kaputt machen. Wenn du, wie wir aber weißt, dass du den Anderen nur am Wochenende sehen kannst, dann verbringst du nicht unnötig Zeit damit über Sinnlosigkeiten zu streiten. Dadurch ist die Zeit, die man hat viel emotionaler, intensiver und friedlicher. Ich glaube das hat uns sehr gestärkt.

Jetzt plötzlich so lange in der gleichen Stadt zu sein hätte komisch sein können, war es aber nicht. Wir haben uns tatsächlich auch nicht viel öfter gesehen, als vorher. Jeder hatte trotzdem seinen Alltag, ich durch die Uni, er durch die Ausbildung. Dadurch waren wir unter der Woche sehr eingespannt. Wirklich schön war allerdings, dass man, wenn es einem von uns nicht gut ging, spontan sagen konnte: „Ich fahr kurz zu dir.“ oder „Ich bleibe noch eine Nacht, weil ich mich nicht in den Zug setzen und wieder nach Magdeburg fahren muss.“ Diese kleinen „Ich muss nicht weg, sondern bleibe“ – Momente habe ich wirklich sehr geschätzt. Sie haben die Situation zu etwas Besonderem gemacht.

Von Nina Barth

Nina Barth ist in den Endzügen ihres Journalismusstudiums an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sie ist seit Beginn der Gründung von Corona-News-Deutschland mit dabei und arbeitet als Redakteurin und Social-Media-Managerin. Neben ihrer Tätigkeit im Bereich Journalismus, ist sie auch als Schriftstellerin und Autorin unterwegs.

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