Quarantäne-Koch-Krux

Mission Online (5): Autorin Laura Prüfer berichtet jeden Freitag über die Freuden und Leiden während der Online-Lehre.

Online-Studieren und jeden Tag selber kochen- nicht immer einfach, Foto: Pixabay

„Jetzt hast du endlich Zeit neue Rezepte auszuprobieren.“, haben sie gesagt. „Du hast endlich die Möglichkeit jeden Tag frisch zu kochen. Das wird super!“ Ja, das habe ich am Anfang der Corona-Pandemie auch gedacht. In den Semesterferien habe ich für meine Familie Parmesanhähnchen, Feta-Pfannen und Käseschnitzel zubereitet und das war, in der Tat, super. Ich hatte etwas zu tun und meine Familie hat sich gefreut. Seit aber das Online-Semester angefangen hat und ich wieder in meiner WG wohne, funktioniert das allerdings nicht mehr so super.

Bei all den Zoom-Konferenzen und Hausaufgaben fehlt mir oft die Zeit für aufwendige neue Gerichte. Es ist einfach schneller und unkomplizierter sich ein Brötchen mit Käse zu schnappen, oder ein paar Spiegeleier zu braten, anstatt stundenlang das Kochbuch nach einem machbaren Rezept zu durchforsten. Das ist nämlich auch schon der nächste Punkt. Für die meisten Gerichte brauche ich einen halben Teelöffel von irgendwelchem Krams, den vielleicht meine Eltern zu Hause haben, ich in meiner Studenten-WG aber nicht. Ich kann mir vor dem Kochen ja nicht noch einen halben Gewürzladen kaufen. Das schreckt mich immer so sehr ab, dass ich letztendlich doch Nudeln mit Pesto statt Gemüse-Tatar mit Ricottacreme mache.

Sieht ja lecker aus, aber wer hat denn sowas? Foto: Laura Prüfer

Ich stehe also in der Küche, koche mir das vierte Mal in dieser Woche Nudeln und fange plötzlich an, die Uni-Mensa ganz schrecklich zu vermissen. Nicht nur, weil meine Ernährung dann endlich wieder etwas abwechslungsreicher wäre, sondern auch weil ich nicht jeden Tag selber kochen müsste. Ich gebe zu, dass ich an manchen Tagen auch nur zum Käsebrötchen greife, weil die Faulheit den Appetit auf etwas Gekochtes besiegt. Ich koche wirklich gern, aber es fällt mir schwer mich jeden Tag dazu zu motivieren.

Gemeinsames Mensen war schon in der Schule ein Highlight – jetzt fällt es weg. Foto: pixabay

Darüber hinaus vermisse ich die Mensa als sozialen Treffpunkt. Gemeinsam zu essen, ist einfach viel schöner als allein. Mir fehlt der private Austausch mit meinen Kommilitonen und Freunden aus anderen Studiengängen, den es jetzt eher weniger gibt. Ich vermisse es sogar gemeinsam in der Warteschlange zu stehen und auf Zehenspitzen nach der tagesaktuellen Essensauswahl zu spähen. In meiner WG freue ich mich deshalb immer riesig, wenn meine Mitbewohner mit mir zusammen kochen. Das ist sowieso viel besser. Wenn ich nämlich mal keine Zoom-Konferenz habe und Lust bekomme, doch etwas Aufwendigeres zu machen, dann kocht sich das für eine Person wirklich super blöd. Es bleibt immer etwas übrig und dann esse ich wieder vier Tage dasselbe.

Wenn also jemand Lust auf Feta-Pfanne hat, kann er gern Bescheid sagen. Da ist von gestern noch was da.

Es ist noch was da! Foto: Laura Prüfer

Von Laura Prüfer

Laura Prüfer ist Journalismus Studentin der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sie hat sich gemeinsam mit den anderen Autoren dieser Website eine seriöse, gründliche und lebensnahe Berichterstattung zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland auf die Fahnen geschrieben. Abgesehen von diesem Projekt hängt ihr Herz sehr an Kulturveranstaltungen, insbesondere dem Theater, sowie dem Reisen mit all seinen neuen Erfahrungen und Erkenntnissen.

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