Probier’s mal mit Gemütlichkeit!

Mission Online (7): Autorin Laura Prüfer berichtet jeden Freitag über die Freuden und Leiden während der Online-Lehre.

Je länger ich mich fast ausschließlich zuhause aufhalte, desto klarer wird mir, wie wichtig ein gemütliches Zuhause ist. Oder in meinem Fall, ein gemütliches WG-Zimmer.

Eines gemütliches Zuhause ist viel wert! Foto: Laura Prüfer

Als ich zum Studienbeginn letztes Jahr in meine WG gezogen bin, da hatte mein Zimmer noch einen sehr praktischen Charakter. Wirklich zu Hause war ich nur zum Schlafen, zum Kochen oder um mich umzuziehen. Gleich danach ging es bereits zur nächsten WG-Party, dem nächsten Theaterabend oder dem nächsten Sportkurs. Mein Zimmer war deshalb nicht ungemütlich, aber ich habe kaum Wert auf Details gelegt. Überall lagen Mitschriften und Dokumente lose herum, gemütliche Möbel, wie einen Sessel oder eine Couch, gab es nicht und wenn mein Kaktus überlebte, war ich schon froh. Ob es nun ein bisschen mehr oder weniger wohnlich war, hat für mich keine Rolle gespielt. Meistens war ich sowieso gleich wieder weg.

Jetzt, wo ich Tag für Tag in meinem Zimmer verbringe, hat sich das allerdings geändert. Es ist mir nicht mehr egal, wie es aussieht. Wenn ich schon Arbeit- und Freizeit in ein und dem selben Raum verbringe, dann will ich mich dort wenigstens wohl fühlen. Immer wieder fallen mir Kleinigkeiten auf, die man noch verbessern könnte, um den Raum gemütlicher zu machen. Vor Kurzem habe ich all die losen Zettel in meinem Aktenschrank sortiert und alles schön säuberlich in Kisten und Ordner verpackt. Viele meiner Freunde, brauchen ein gewisses Chaos, um sich wohl zu fühlen, aber ich finde es schöner, wenn alles an seinem Platz ist. Durch die Ordnung in meinem Schrank habe ich mich sogar selbst ein bisschen geordneter gefühlt.

Manchmal braucht es gar nicht viel – in diesem Fall nur zwei Kisten und ein paar Ordner – damit es schicker aussieht. Foto: Laura Prüfer.

Als nächstes ist mir eingefallen, dass ich vor einem halben Jahr eigentlich beschlossen hatte, mir eine Stehlampe zu kaufen. Ich besaß nur eine Deckenlampe und die spendete abends nur ein grelles kaltes Licht. Ich war dann allerdings so selten in meinem Zimmer, dass ich die Idee nie in die Tat umgesetzt habe. Jetzt wo ich abends selten weg gehe und lieber lese, als Netflix zu schauen, habe ich mir endlich einen Ruck gegeben. Neben all meinen Lichterketten und Kerzen, spendet mir nun auch eine Stehlampe ihr wohlig warmes Licht.

Neue Stehlampe und gute Lektüre – da liest man doppelt gern! Foto: Laura Prüfer

Besonders angetan hat es mir allerdings die Verschönerung durch Zimmerpflanzen. Von Kakteen über Orchideen bis hin zu Aloe Vera habe ich inzwischen alles in meinem Zimmer stehen. Das Paradoxe dabei ist, dass ich eigentlich den schwärzesten Daumen auf diesem Planeten habe. Früher habe ich ständig vergessen meine Pflanzen zu gießen oder mal nachzuschauen, ob sie vielleicht mehr oder weniger Licht brauchen. Seit ich durch die Online-Lehre so viel zuhause bin, sind mir die Pflänzchen aber richtig ans Herz gewachsen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie breit ich grinsen musste, als ich vor ein paar Tagen meine Orchidee gegossen habe. Meine Orchidee, die sich seit zwei Jahren weigert zu blühen. Und plötzlich entdecke ich da einen neuen Trieb mit einer Knospe. Zimmerpflanzen lohnen sich also doppelt. Sie erschaffen eine angenehme Natur-Atmosphäre und machen glücklich – so lange man sich ordentlich kümmert.

Meine aktuelle Pflanzensammlung, Foto: Laura Prüfer

Wahrscheinlich freuen sich vor allem OBI und IKEA über meinen neuen Drang zur Zimmerverschönerung. Aber was soll’s. Was ich gerade nicht in Theaterkarten investiere, bleibt ja für Blumendünger und Lichterketten übrig. Wichtig ist, dass ich jetzt richtig gern in meinem Zimmer bin. Nicht nur mal kurz und zwischendurch, sondern die ganze Zeit. Ich bin hier nicht nur gern, ich wohne hier richtig gern. Wenn ich morgens aufstehe, dann freue ich mich oft, so ein schönes Zimmer zu haben. Und der Drang immer gleich weg zu wollen, hat sich ebenfalls gelegt. Verrückt wie viel ein paar Kleinigkeiten so ausmachen können.

Von Laura Prüfer

Laura Prüfer ist Journalismus Studentin der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sie hat sich gemeinsam mit den anderen Autoren dieser Website eine seriöse, gründliche und lebensnahe Berichterstattung zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland auf die Fahnen geschrieben. Abgesehen von diesem Projekt hängt ihr Herz sehr an Kulturveranstaltungen, insbesondere dem Theater, sowie dem Reisen mit all seinen neuen Erfahrungen und Erkenntnissen.

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