Coronazeit: Studenten und Geld

Was Studenten über Geld in der Corona Zeit wissen müssen:

Hat die Verschiebung des Sommersemesters 2020 Auswirkungen auf das Bafög?

Nein! Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung wirkt sich die Verschiebung des Vorlesungsbeginns in keinem Fall auf den Bafög-Anspruch aus. Auch das Selbst- und das Onlinestudium zählen laut dem Studentenwerk als Studienaktivität.

  • Was wenn meine Eltern Corona bedingt weniger verdienen?

Wer aufgrund des Elterneinkommens bisher kein Bafög erhalten hat, dessen Eltern aber in der Corona-Krise weniger verdienen, kann einen neuen Bafög-Antrag stellen und mit einer Aktualisierung das aktuelle Elterneinkommen zugrunde legen lassen.

Wer bereits Bafög bezieht und bei dem zusätzlich aktuell das Elterneinkommen geringer ist, kann einen Bafög-Aktualisierungsantrag stellen. Das zuständige Bafög-Amt prüft dann die Höhe des aktuellen Anspruches.

  • Was wenn der Nebenjob oder andere Einnahmen wegfallen?

Die Studenten, die BAföG berechtig sind, aber bisher keins beantragt haben, da sie mit einem Nebenjob genug verdient haben oder von ihren Eltern genügend Geld erhalten haben, und dieses Einkommen wegen der Corona-Situation entfällt, sollten BAföG beantragen.

  • Was passiert, wenn ich die Studienregelzeit überschreite? Bekomme ich noch Bafög?

Wird die Regelstudienzeit überschritten, weil z.B. die Prüfung wegen der Pandemie ausfällt, wird das BAföG in den allermeisten Fällen weiterbezahlt.

Genaue Informationen ob das auf euch zutrifft findet ihr hier.

Ich wollte im Sommersemester ein Auslandspraktikum/Studium machen. Was gilt hier?

Die BAföG-Förderung bleibt hier bis auf weiteres erhalten, auch wenn Einreisesperren die Aufnahme des Auslandssemesters verhindern.

  • Was wenn ich keinen Anspruch auf BAföG habe, aber keine Einnahmen habe?

Für Studenten, die die BAföG-Kriterien nicht erfüllen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Überbrückungshilfe geschaffen.

  • Was ist die Überbrückungshilfe?

Die Überbrückungshilfe beinhaltet zwei Elemente:

  • Den langbewährten Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • Sowie Zuschüsse, die über die Studierendenwerke verteilt werden (an der eigenen Hochschule oder Uni erkundigen)
  • Was ist der Studienkredit?

Seit dem 8. Mai könnt ihr als Studenten bei der staatlichen Förderbank KfW ein zunächst zinsloses Darlehen beantragen. Sowohl laufende KfW-Studienkredite als auch neue Anträge sollen für inländische Studierende bis Ende März 2021 zinslos bleiben. Ausländische Studierende können den Kredit seit Juli erhalten.

  • Wie hoch kann das Darlehen sein?

Das Darlehen kann je nach Bedarf bis zu einer Höhe von bis zu 650 Euro im Monat in Anspruch genommen werden.

  • Wer kann einen KfW-Studienkredit beantragen?

Studierende aller staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland im Alter von 18 bis 44 Jahren erhalten, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • deutsche Staatsbürger mit inländischer Meldeadresse,
  • Familienangehörige eines deutschen Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • EU-Staatsbürger, die sich rechtmäßig seit mindestens drei Jahren ständig in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Familienangehörige eines solchen EU-Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Bildungsinländer und in Deutschland gemeldet.

Auch ausländische Studierende – Angehörige von Drittstaaten und EU-Bürger, die sich seit weniger als drei Jahren in Deutschland aufhalten – können das Darlehen in Anspruch nehmen, sofern sie ihren Erstwohnsitz in Deutschland haben.

  • Wie kann ich das Darlehen beantragen?

Das Darlehen kann ganz einfach online beantragt werden.

Die vorübergehende Zinsfreiheit des Studienkredits gilt auch für die Studierenden, die bereit derzeit einen KfW-Studienkredit in Anspruch nehmen und noch weiter ausgezahlt bekommen. Weitere Informationen zum Studienkredit findet ihr hier.

  • Was wenn ich meine Miete nicht mehr bezahlen kann?

In den Studentenwohnheimen gibt es extra Regeln. Informiert euch bei eurem Wohnheim. Oftmals sind Ratenzahlungen der Miete möglich.

Gibt es Zahlungsrückstände aus dem Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2020 kann dem Mieter für eine Dauer von 24 Monaten nicht gekündigt werden. Das gilt aber nur, wenn diese Rückstände auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Man hat Zeit bis zum 30. Juni 2022 die Zahlungsrückstände zu begleichen. Erst dann, kann dir gekündigt werden. Also seit diesem Monat gilt die Regelung nicht mehr.

Auch Wohngeld kann teilweise eine Lösung sein. Du hast aber nur Anspruch auf Wohngeld, wenn du keinen Anspruch auf BAföG hast oder BAföG nur als Volldarlehen bezieht. Wenn du aktuell noch Anspruch auf BAföG hast, aber dieses zu niedrig ist, kannst du ggf. über ein Urlaubssemester Anspruch auf Wohngeld erhalten. Genaue Informationen dazu gibt es beim Jobcenter.

  • Wie geht es mit dem Studium im Wintersemester weiter?

Viele Universitäten und Hochschulen möchten den Betrieb wieder normal im Wintersemester 2020/21 aufnehmen. Wie genau die Regelungen sind und wann der aktuelle Start ist, regeln die Universitäten und Fachhochschulen teils unterschiedlich. Informiert euch am Besten bei eurer Uni oder Fachhochschule. Womit allerdings zu rechnen ist, dass auch im Herbst noch Abstandsregeln gelten werden sowie bestimmte Hygienevorschriften.

Von Nina Barth

Nina Barth ist in den Endzügen ihres Journalismusstudiums an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sie ist seit Beginn der Gründung von Corona-News-Deutschland mit dabei und arbeitet als Redakteurin und Social-Media-Managerin. Neben ihrer Tätigkeit im Bereich Journalismus, ist sie auch als Schriftstellerin und Autorin unterwegs.

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