Neuer Job, neues Land, noch immer Pandemie

Vida española – Das spanische Leben: Autorin Leonie Meyer berichtet wöchentlich über das Leben und Arbeiten auf der spanischen Insel Mallorca während der Corona-Pandemie.

Das Studium ist abgeschlossen und ein neues Abenteuer kann starten. Als Journalistin geht es für mich von Deutschland nach Spanien für ein 6-monatiges Praktikum zum Arbeiten. Wie dort mit dem Coronavirus umgegangen wird und wie das Leben vor Ort aussieht, erzähle ich Euch hier.

Über den Wolken. Foto: Leonie Meyer

Wer kennt es nicht? Man steht erneut an einem Abschnitt in seinem Leben und muss sich früh genug um einen neuen Studien- oder Arbeitsplatz kümmern. Als ob solch eine Entscheidung nicht schon manchmal schwer genug sei. In diesem Jahr kommt ein weiterer Faktor dazu, der diesen Prozess erheblich beeinflusst.

Neues Kapitel

Für mich stand bereits lange fest, dass ich nach meinem Bachelorstudium zum Arbeiten bzw. für ein Praktikum in ein anderes Land möchte. Also habe ich im Internet überwiegend nach deutschen Medienunternehmen in einem spanisch- oder englischsprachigen Land gesucht. So bin ich auf auf der Webseite der „Mallorca-Zeitung“ gelandet und hatte direkt einen positiven Eindruck. Mein nächster Schritt war es eine Initiativbewerbung zu schreiben und abzuschicken. Gesagt, getan. Das war Anfang März, als die Pandemie in Europa immer mehr Ausmaße mit sich zog. Dadurch verzögerte sich der Schriftverkehr mit den Institutionen, weil es eine unkontrollierbare Situation war und immer noch ist. Letztendlich hatte ich ein virtuelles Vorstellungsgespräch und bekam eine Zusage. Mit einem Auslandsaufenthalt muss man auch mit Kosten rechnen, um sich das Leben vor Ort zu finanzieren. Ab da an leitete ich die Schritte für das Erasmus-Stipendium ein. Für Graduierte besteht ebenfalls die Möglichkeit sich fördern zu lassen. Dazu gehören einige Dokumente. Bürokratie, die sich leider nicht vermeiden lässt, aber einen Mehrwert bringt. Ich gebe Euch einen Tipp: Kümmert Euch immer früh genug um solche Dinge, da die Postwege und der Schriftverkehr sehr viel Zeit in Anspruch nehmen können… Erst recht während einer Pandemie. Hinzu kam, dass mein erster Flug storniert wurde und die Airline erstmal keine weiteren Flüge nach Palma de Mallorca anbietet. Also habe ich einen neuen Flug buchen müssen, der bisher nach Plan starten soll. Hoffentlich.

Organisation ist das A und O

Der Countdown läuft: Der Koffer liegt bereit und fast alle Papiere sind ausgefüllt. Über die Webseite „Spain Travel Health“ muss man persönliche Daten vor der Einreise eingeben. Da mein Abflug in einer Woche ansteht, kann ich erst ein bis zwei Tage vorher meine letzten Aufenthaltsorte angeben und meinen Gesundheitszustand beschreiben. Ebenfalls muss ich mich in die Elefand-Liste eintragen. Die Liste dient der Krisenvorsorge, d.h. man kann sich dort normalerweise freiwillig registrieren, damit in Notfallsituationen schnell zu betroffenen Personen in einem Risikogebiet Kontakt aufgenommen werden kann. Zudem hat mir die zuständige Airline eine ausführliche E-Mail mit weiteren Informationen zum Vorgehen geschickt. Über einen Link bin ich auf einer Seite gelandet, worauf jedes Land gelistet steht und welche Einreisedokumente erforderlich sind. Für Spanien habe ich nun zwei Seiten ausgedruckt. Der erste Anblick hat mich ziemlich erschlagen. So viele kleine Kästchen, worin wieder alle persönlichen Daten niedergeschrieben werden müssen. Für eine reibungslose Einreise bleibt mir nichts anderes übrig, als die Dokumente auszufüllen.

Auf dieser Internetseite muss man seine persönlichen Daten für die Einreise hinterlassen. Screenshot: Leonie Meyer

Freude oder Gefühlschaos?

„Hoffentlich werde ich reingelassen. Hoffentlich habe ich alle Daten richtig angegeben. Hoffentlich wird der Flug nicht abgesagt. Hoffentlich gibt es keine weiteren Komplikationen.“ Dies sind gerade meine größten Sorgen. Ich freue mich sehr auf ein neues Abenteuer in einem anderen Land oder wohl eher gesagt auf einer wunderschönen Insel. Dennoch kreisen meine Gedanken um die Organisation und den Flug. Ich bin froh, sobald ich erfolgreich den Ausgang des balearischen Flughafens passiert habe. Da ich bereits im letzten Jahr für fünf Monate in Griechenland gelebt und gearbeitet habe, verspüre ich gerade noch keine große Traurigkeit meine Heimat zu verlassen. Ich verbringe sehr gerne Zeit mit meiner Familie und Freunden, aber nach der kurzen Auszeit des abgeschlossenen Studiums, ist es nun Zeit für eine neue Veränderung. Ich schaue dem Praktikum, den Erfahrungen und der neuen Heimat mit viel Freude entgegen. Und wahrscheinlich überrollt mich doch noch ein Gefühlschaos am Flughafen oder in dem Moment, wenn der Flieger vom deutschen Boden abhebt.

Bald wieder neue Orte und Plätze entdecken. Foto: Leonie Meyer

Wie es am Flughafen in Köln und die Einreise nach Spanien abläuft erfahrt ihr im zweiten Teil.

Weitere Einblicke könnt ihr auf unserem Instagramkanal sehen.

Von Leonie Meyer

Leonie hat den Bachelor of Arts in Journalismus mit dem Schwerpunkt Internationalen Journalismus an der Hochschule in Magdeburg erfolgreich abgeschlossen. Als leidenschaftlich kreative Person möchte sie die Menschen sowohl mit Bild, Video und Text informieren und inspirieren. Sie liebt es neue Länder zu entdecken - Kulturen, Sprachen und Menschen kennenzulernen sind für jeden wertvoll.

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